Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Risikogebiete FSME

Risikogebiete FSME; Quelle: Robert Koch Institut, Epidem. Bulletin 17 (2006)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Virus-Erkrankung, die durch Zeckenstich übertragen wird. Die FSME-Viren befinden sich im Speichel der Zecken, und können somit während des Stichs sofort in die Wunde übergehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Zeckenkopf bei der Entfernung der Zecke nicht in der Haut zurückbleibt. Grundsätzlich steigt die Gefahr einer FSME-Übertragung mit der Dauer des Saugvorgangs an.

Eine FSME-Übertragung durch infizierte, unpasteurisierte Milch ist vereinzelt beobachtet worden, spielt in Europa jedoch keine bedeutende Rolle.

Vorkommen und Häufigkeit von FSME

Die Verbreitung des FSME-Virus ist regional sehr verschieden. Die Gefahr einer FSME-Infektion besteht praktisch nur in bestimmten Risikogebieten (Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch Instituts mit aktueller Karte der Risikogebiete (2008)). In Deutschland befinden sich diese vor allem im süddeutschen Raum. Europaweit sind in erster Linie Österreich, Ungarn, Tschechien und Osteuropa, aber auch Teile Skandinaviens, zu nennen (Karte des Impfstoff-Herstellers Baxter).
In den Risikogebieten sind etwa 0,1 - 5% der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert und können prinzipiell FSME übertragen. In Deutschland erkranken jedes Jahr 200 bis 600 Menschen an FSME.

Symptome einer FSME-Infektion

Bei 10-30% der Infizierten stellen sich nach 2 bis 20 Tagen grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen ein, die nach wenigen Tagen abklingen. Bei einem kleinen Teil der Infizierten (ca. 10% der symptomatischen Patienten) befällt der Virus das zentrale Nervensystem. Es kommt zu einer Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis),  die sich etwa eine Woche nach Abklingen der ersten Symptome mit schwerem Fieber mit bis zu 40°C Körpertemperatur, Erbrechen, schweren Kopfschmerzen und oftmals einem steifen Nacken bemerkbar macht. Insbesondere bei älteren Menschen kann sich in besonders schweren Fällen nicht nur die Hirnhaut, sondern das gesamte Gehirn und das Rückenmark entzünden. In diesem Stadium können auch Bewusstseinsstörungen bis zum Koma und Lähmungen auftreten.

In jedem Stadium kann die FSME-Infektion spontan und folgenlos ausheilen. Nach schweren Verläufen können jedoch bei bis zu 30% der Patienten neurologische Langzeitfolgen wie Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen, Epilepsien, Hörstörungen sowie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme zurückbleiben. Die Sterblichkeit (Letalität) bei Befall des zentralen Nervensystems beträgt ein bis zwei Prozent.

Therapie und Prophylaxe

Eine ursächliche Behandlung der FSME ist nicht möglich. Ist die Infektion erst einmal ausgebrochen, können lediglich die Symptome gelindert werden, z.B. durch Bettruhe und Schmerzmittel. Umso wichtiger sind vorbeugende Schutzmaßnahmen. Allen Menschen, die in Risikogebieten leben oder in diese reisen und sich in der Natur aufhalten, wird dringend empfohlen, sich gegen FSME impfen zu lassen. Die Wirksamkeit der intramuskulär gespritzten, aktiven Immunisierung wird auf 96-99% geschätzt.

Achtung: Die "Zecken-Schutzimpfung" schützt nur vor FSME, nicht aber vor Borreliose und andere durch Zecken übertragene Krankheiten!