DNA-Test zur Bestimmung Ihres erblichen (genetischen) Thrombose-Risikos

Bis zu 15% aller Menschen haben ein angeborenes erhöhtes Thrombose-Risiko. Ab 69,00 € inkl. Mwst. ermitteln wir Ihr persönliches genetisches Thrombose-Risiko anhand eines einfachen Abstrichs Ihrer Mundschleimhaut oder einer Blutprobe. Diese Probe wird auf die 3 wichtigsten genetischen Faktoren untersucht, die einen Einfluss auf das Thrombose-Risiko haben:

  • Faktor V Leiden (APC-Resistenz)
  • Faktor II (Prothrombin)
  • MTHFR (Homozysteinämie)
Seit Inkrafttreten des Gendiagnostikgesetzes GenDG am 01.02.2010 dürfen Gentests nur noch im Auftrag ärztlicher Personen durchführen. Besprechen Sie also bitte zunächst mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, ob der Gentest auf Thrombose-Risiko in Ihrem Fall sinnvoll ist. Sie können dann ein Probenahme-Set bei uns anfordern. Dieses enthält sterile, DNA-freie Wattestäbchen zur Entnahme der Mundschleimhautabstriche und alle notwenigen Dokumente einschließlich des lt. GenDG geforderten Formulars zur Einwilligungserklärung.

Was ist eine Thrombose?

Schematische Darstellung einer Thrombose

Die Thrombose ist eine Erkrankung der Gefäße, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) im Gefäß festsetzt und den weiteren Blutfluss behindert. Dadurch kann das Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. In Deutschland erkranken jährlich etwa 100.000 Menschen an dieser Erkrankung. Häufig tritt eine Thrombose im tiefen Venensystem der Beine auf. Typische Symptome für tiefe Beinvenenthrombosen sind:

  • Schwellung und Wärmegefühl im betroffenen Körperteil
  • gerötete und gespannte Haut, eventuell Blaufärbung
  • Spannungsgefühl und Schmerzen in Fuß, Wade und Kniekehle (Linderung bei Hochlagerung)

Allerdings verlaufen die meisten Thrombosen, ohne dass die Betroffenen etwas bemerken. Lebensbedrohlich wird eine Thrombose, wenn sich der Thrombus löst, bis in die kleineren Gefäße der Lunge wandert und diese verstopft. Diese sogenannte Lungenembolie verläuft meistens tödlich und kostet allein in Deutschland jährlich etwa 10.000 Menschen das Leben.

Die Ursachen für Thrombosen werden in drei Klassen unterteilt.

  1. Erbliche oder medikamentös bedingte Gerinnungsstörungen führen zu einer verstärkten Blutgerinnung oder verhindern den Abbau der Gerinnsel.
  2. Bewegungsmangel durch Bettlägerigkeit nach Operationen, eingeklemmte Gliedmaßen auf langen Reisen und erweiterte Venen fördern das Entstehen einer Thrombose, da die Muskeln den Blutfluss zurück zum Herzen nicht mehr unterstützen können.
  3. Schäden an der inneren Gefäßwand können das Festkleben von Blutplättchen ermöglichen und dadurch eine Gerinnung auslösen. Auch Flüssigkeitsmangel und Ablagerungen in den Gefäßen behindern den Blutfluss zusätzlich.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Das individuelle Thrombose-Risiko wird durch viele Risikofaktoren bestimmt, die ein evt. vorliegendes genetisches Risiko noch verstärken können. Gerade die Kombination verschiedener Faktoren lässt das Risiko stark ansteigen. Einige dieser vermeidbaren Faktoren sind in der nachstehenden Tabelle mit dem daraus resultierenden Risiko zusammengefasst.

  Risikofaktor Erhöhtes Risiko
Übergewicht und Bewegungsmangel:
Durch eine Veränderung im Fettstoffwechsel gelangt besonders viel Cholesterin ins Blut und schädigt die Gefäßwände, wodurch diese verkalken können.
 ca. 2-3fach
Rauchen:
Kohlenmonoxid im Rauch schädigt die Gefäßwände, sodass sich Fett ablagern kann und Nikotin verengt die Gefäße zusätzlich, wodurch schon kleine Gerinnsel hängen bleiben.
 Indirekt, nicht
 quantifiziert
Antibaby-Pille:
Bestimmte Kontrazeptiva-Präparate enthalten Hormone, durch die Gefäßwände verändert und die Entstehung einer Thrombose begünstigt werden können.
 3-6fach
Langstreckenflüge:
Durch Bewegungsmangel, eingeklemmte Gefäße und Flüssigkeitsmangel kann das Blut nicht mehr richtig fließen und kann gerinnen.
 2-5fach
Schwangerschaft:
Durch das erhöhte Blutvolumen und das Gewicht des Fötus steigt der Druck auf die Gefäßwände und sie können geschädigt werden.
 ca. 4fach
Operationen:
Der Bewegungsmangel nach einer größeren Operation führt zu einer Verlangsamung des Blutflusses und begünstigt dadurch die Entstehung einer Thrombose.
 Je nach 
 Schwere
 der Operation
Risikofaktoren für eine Thrombose


Was ist eine Reisethrombose?

Eine spezielle Ursache für Thrombosen ist die Reisethrombose, oft auch "Economy Class Syndrom" oder "Touristenklasse-Syndrom" genannt. Diese vielen Reisenden oft nicht bewußte Gefahr auf längeren Reisen (> 6 h) betrifft jedes Jahr zehntausende Deutsche. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Siehier.


Was sind erbliche Risikofaktoren?

Angeborene Risikofaktoren werden durch die Eltern vererbt und sind durch die Lebensweise nicht beeinflussbar. Sie beruhen auf Veränderungen in bestimmten Genen (Mutationen), durch die eine Erhöhung des Thrombose-Risikos gegeben ist. In unserem Test wird Ihre DNA auf die Mutationen des Faktor V Gens, des Faktor II Gens und des MTHFR Gens untersucht. In der folgenden Tabelle sind die Häufigkeit der Mutationen in der europäischen Normalbevölkerung sowie die Erhöhung des Erkrankungsrisikos bei einzelnen Mutationen dargestellt. Der Genotyp zeigt an, ob die Mutation in der DNA vorhanden ist. Beim Wildtyp liegt keine Mutation vor und ein erhöhtes Risiko für Thrombose ist nicht gegeben. Ein heterozygoter Genotyp heißt, dass man die Mutation von einem Elternteil geerbt hat. Man ist homozygot bezüglich der Mutation, wenn beide Eltern diese weiter vererbt haben. Dadurch erhöht sich auch das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken.


Erbliche Risikofaktoren Genotyp Häufigkeit Erhöhtes Risiko
Faktor V Leiden:
Der Gerinnungsfaktor V wird nicht mehr abgebaut und ein gebildetes Blutgerinnsel kann nicht mehr aufgelöst werden. Gefäße können blockiert werden.
Wildtyp 93%  kein
Heterozygot 5-7%  5-10fach
Homozygot 0,1%  50-100fach
MTHFR:
Das Protein Homozystein kann nicht mehr abgebaut werden und verbleibt im Blut. Dadurch kann es zu Atherosklerose führen.
Wildtyp 41%  kein
Heterozygot 47%  kein
Homozygot 12%  2-4fach
Faktor II:
Das gerinnungsfördernde Protein Prothrombin wird stärker produziert. Das Blut kann dadurch schneller gerinnen.
Wildtyp 97%  kein
Heterozygot 2-3%  3-4fach
Homozygot 0,01%  50fach
Genetische Risikofaktoren für eine Thrombose

Was bringt eine Früherkennung des erblichen Thrombose-Risikos?

Eine frühzeitige Erkennung des erblichen Risikofaktors kann bei entsprechender Lebensführung eine schwerwiegende Erkrankung verhindern. Durch Gewichtsreduktion, Absetzen der Antibaby-Pille bzw. Umstieg auf ein weniger problematisches Präparat und Verzicht auf Rauchen kann das persönliche Risiko erheblich gesenkt werden. Stehen lange Reisen oder Operationen an, können in Absprache mit Ihrem Arzt zusätzliche vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden. Durch Tragen von Kompressionsstrümpfen wird der Blutfluss unterstützt. In besonderen Fällen senken Heparinspritzen die Gerinnungsneigung des Blutes. Auch bei Schwangeren kann durch die Erkennung des erblichen Thrombose-Risikos und daraus resultierenden Beobachtungen eine Thrombose verhindert werden.


Testablauf

Gemäß Gendiagnostikgesetz GenDG dürfen wir seit dem 01.02.2010 Gentests nur noch im Auftrag ärztlicher Personen durchführen. Bitte lassen Sie sich zunächst von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin beraten, inwieweit ein Gentest auf Thrombose-Risiko in Ihrem Fall sinnvoll ist. Zum Gespräch mit Ihrem Arzt können Sie das Informationsmaterial über unseren Gentest mitnehmen, das Sie hier als pdf-Dateien herunterladen und ausdrucken können:
Die Probenahme (Mundschleimhautabstrich oder ca. 2x 1 ml EDTA Blut) erfolgt beim Arzt. Dieser kann eigene Materialien verwenden (DNA-freier Abstrichtupfer für Mundschleimhautabstriche oder EDTA-Röhrchen für Blutproben). Alternativ können Sie telefonisch (Tel. 03641/6285254) oder über unser online-Formular  unser Probenahme-Set anfordern, das wir Ihnen umgehend mit der Post zukommen lassen. Dieses enthält sterile, DNA-freie Wattestäbchen zur Entnahme von Mundschleimhautabstrichen und alle notwendigen Dokumente (Einwilligungserklärung und IGeL-Überweisungsformular).

Die ärztliche Person schickt die Proben und die unterschriebenen Formulare an unser akkkreditiertes Labor. Das Testergebnis wird dann innerhalb von 5 bis 10 Werktagen an den Arzt geschickt. Die Rechnungsstellung erfolgt je nach Angaben auf dem IGeL-Überweisungsformular an den überweisenden Arzt oder direkt an den Patienten. 

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Diese Ergebnisse erhalten Sie!

In Ihrem Testergebnis ist aufgeführt, ob Sie eine der drei genetischen Veränderungen tragen und welches erhöhte Risiko damit verbunden sein kann. Diese Risikoeinschätzung ist keine sichere Vorhersage, ob oder wann Sie eine Thrombose bekommen werden, aber eine Richtlinie für die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose. Durch weitere Risikofaktoren wie dem Rauchen oder der Einnahme bestimmter oraler Kontrazeptiva kann das individuelle Risiko erhöht werden. Auf der Grundlage dieser Untersuchung des persönlichen genetischen Risikos kann Ihr Arzt die Verhütungsmethode Ihrem Risiko anpassen und bei Schwangerschaft, langen Reisen oder Operationen vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Datenschutz

Die Analysen werden im Labor der JenaGen GmbH in Jena durchgeführt. Es werden ausschließlich die in Auftrag gegebenen Untersuchungen durchgeführt. Alle persönlichen Angaben und erzeugten Daten unterliegen dem Datenschutz und sind nur unserem geschulten Fachpersonal zugänglich. Die Testergebnisse werden ausschließlich an den überweisenden Arzt übermittelt.

Alle Proben werden nach Beendigung der Untersuchung gemäß GenDG vernichtet. Alle schriftlichen Dokumente werden für den gesetlich vorgeschreibenen Zeitraum von 10 Jahren aufbewahrt und dann vernichtet.

Schlüsselwörter: Thrombose, Faktor V Leiden, Thromboserisiko