JenaGen DNA-Test auf Zöliakie

Der DNA-Test von JenaGen unterstützt die Diagnose bzw. den Ausschluss einer Zöliakie (auch Sprue oder Glutenunverträglichkeit).

Aktuellen Schätzungen zufolge leiden etwa 800.000 Deutsche an Zöliakie. Viele davon wissen nichts von Ihrer Erkrankung, da sie die oftmals unspezifischen Verdauungsbeschwerden (Durchfall, Blähungen etc.) nicht richtig deuten. Andere wiederum befolgen eine strikt glutenfreie Diät, obwohl ihre Beschwerden möglicherweise gar nicht durch eine Zöliakie bedingt sind. Zu den Gründen für bestehende Unklarheiten gehören, dass die klassische Labordiagnostik entweder unsicher (Blutuntersuchung,  H2-Atemtest) oder im Fall der Endoskopie (Dünndarmspiegelung) unangenehm und nicht frei von gesundheitlichen Risiken ist. Viele Menschen schrecken daher vor einer Endoskopie zurück.
Der JenaGen DNA-Test hingegen ist völlig schmerzfrei. Es wird lediglich ein Abstrich Ihrer Wangenschleimhaut mit einem Wattestäbchen benötigt. Gemäß Gendiagnostikgesetz (GenDG) dürfen solche genetischen Untersuchungen nur durch Ärzte vorgenommen werden, die ihrerseits die JenaGen GmbH mit der Durchführung der Laboruntersuchung beauftragen können. Setzen Sie sich also bitte mit Ihrem Arzt in Verbindung, ob ein DNA-Test bei Ihnen sinnvoll ist, und fordern Sie dann unser Probenahme-Set. Dieses enthält sterile Wattestäbchen zur Entnahme eines Abstrichs der Wangenschleimhaut durch den Arzt und alle erforderlichen Dokumente.

Anforderung eines Probenahme-Sets


Was ist Zöliakie?

Zöliakie, auch einheimische Sprue oder glutensensitive Enteropathie genannt, ist eine Autoimmunkrankheit, bei der es durch den Verzehr glutenhaltiger  Lebensmittel zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut kommt.

Gluten ist als Eiweißbestandteil in verschiedenen Getreidearten enthalten: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer etc. Bei Zöliakie-Kranken wird das eigentlich harmlose Gluten vom Immunsystem als etwas Feindliches angegriffen. Dabei richtet sich die Immunabwehr nicht nur gegen das Gluten sondern auch gegen die eigene Dünndarmschleimhaut. Die Dünndarmzotten, die für die Aufnahme von Nährstoffen wie Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Mineralstoffe, Vitamine etc. im Dünndarm zuständig sind, werden geschädigt oder sogar abgebaut. Die Nährstoffe können nicht mehr in ausreichender Form aufgenommen werden und es kommt zu Durchfall, Blähungen, Mangelerscheinungen usw. (Mögliche Symptome einer Zöliakie, siehe unten)

 

Symptome einer Zöliakie

Typische Symptome einer Zöliakie sind:
  • Diarrhö (Durchfall)
  • Steatorrhö (Fettstuhl)
  • stark aufgetriebener Bauch mit Blähungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtsverlust bzw. keine Gewichtszunahme
  • Apetitlosigkeit
  • Minderwuchs (bei Kindern)
  • Verhaltensauffälligkeiten (Weinerlichkeit, Missmutigkeit)
  • in seltenen Fällen Darmträgheit/Verstopfung
Die typischen Zöliakiesymptome treten meist nur im Kindesalter auf. Beim Erwachsenen kommt es häufig zu sehr unspezifischen Symptomen (meist Mangelerscheinungen infolger der gestörten Aufnahme von Nährstoffen), wie z. B.
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe (durch Magnesiummangel)
  • Knochen- oder Gelenkschmerzen (durch Vitamin D- und Calciummangel)
  • Taubheitsgefühle, Missempfindung an den Gliedmaßen (durch Vitamin B12- und Folsäuremangel
  • verringerte Knochendichte (Osteoporose)
  • Flüssigkeitsansammlungen (durch Eiweißmangel)
  • Fertilitätsstörungen (durch Eiweißmangel)
  • Blutarmut (durch Eisen-, Vitamin B12- und Folsäuremangel)
  • Sehstörungen, Nachtblindheit (durch Vitamin A-Mangel)
  • Blutungsneigung (durch Vitamin K-Mangel
  • sekundäre Laktoseintoleranz
  • Angststörung, Depression
  • sporadische Abominalschmerzen
Eine schwere Erscheinungsform der Zöliakie ist die Dermatitis herpetiformis, mit juckender Blasenbildung der Haut, meist an Ellenbogen, Knien und Gesäß.



DNA-Test auf Zöliakie

Genetische Studien haben einen Zusammenhang zwischen Zöliakie und bestimmten genetischen Merkmalen in der HLA-Genregion (Humanes Leukozyten Antigen-System) festgestellt. Die humanen Leukozyten Antigene sind Proteine an der Oberfläche von Körperzellen, die diese für das eigene Immunsystem als "nicht-fremd" markieren. Sie spielen daher eine große Rolle in der Transplantationsmedizin und bei Autoimmunkrankheiten. So gehören (fast) alle Zöliakie-Kranken zu den sogenannten HLA-Genotypen DQ2 (DQA1*05 / DQB1*02) oder DQ8 (DQA1*03 / DQB1*0302).

Beim DNA-Test auf Zöliakie wird zunächst aus einem Abstrich der Mundschleimhaut das genetische Material, die DNA, isoliert. Dann werden bestimmte Abschnitte der DNA (Teilbereiche des DQA1- und des DQB1-Gens) mithilfe modernster molekularbiologischer Methoden zunächst vervielfältigt und anschließend sequenziert. Anhand der DNA-Sequenz kann festgestellt werden, zu welchem "Genotypen" die untersuchte Person gehört, und ob eine genetische Veranlagung für eine Zöliakieerkrankung vorliegt.



Bedeutung des Testergebnisses

Der DNA-Test eignet sich in erster Linie, einen Verdacht auf Zöliakie auszuschließen. Gehört die untersuchte Person nicht zu den HLA-Genotypen DQ2 oder DQ8, so leidet sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit (bis 99,9%) nicht an Zöliakie und wird auch im Laufe ihres Lebens nicht an Zöliakie erkranken.

Zur Bestätigung einer Zöliakie ist der DNA-Test nur begrenzt geeignet. Denn obwohl etwa 20-25% der europäischen Bevölkerung zu den gefährdeten HLA-Genotypen gehören, zeigen nur etwa 5% von ihnen tatsächlich Symptome einer Zöliakie. Personen, die zu den HLA-Genotypen DQ2 oder DQ8 gehören, tragen zwar die notwendige genetische Veranlagung für eine Zöliakieerkrankung. Ob oder wann die Zöliakie tatsächlich ausbricht, ist jedoch nicht sicher. Wenn mögliche Symptome einer Zöliakie auftreten, sollte die Diagnose durch einen Bluttest oder eine Dünndarmspiegelung abgesichert werden.

 

Bestellung des JenaGen DNA-Tests auf Zöliakie

Da gemäß Gendiagnostikgesetz genetische Untersuchungen nur durch Ärzte vorgenommen werden dürfen, setzen Sie sich bitte zunächt mit Ihrem Arzt in Verbindung. Wenn ein DNA-Test auf Zöliakie bei Ihnen sinnvoll ist, können Sie unser Probenahmeset anfordern, telefonisch (03641/6285-252), per email oder über unser online-Kontaktformular
Sie erhalten das Probenahme-Set unverzüglich zugeschickt. Dieses enthält 2 sterile Wattestäbchen pro Person zur Entnahme von Mundschleimhautabstrichen, eine detaillierte Anleitung und alle erforderlichen Formulare (Einwilligungserklärung, Überweisungsauftrag).

Die Mundschleimhautabstriche werden von Ihrem Arzt vorgenommen und an unser Labor geschickt:

JenaGen GmbH
Löbstedter Str. 80
07749 Jena.

Nach Erhalt der Proben beginnen wir mit der Untersuchung.

Das Ergebnis Ihres Tests erhält Ihr Arzt innerhalb von 5 bis 10 Werktagen zusammen mit der Rechnung in schriftlicher Form per Post, E-mail oder Fax übermittelt.


Was tun bei Zöliakie?

Eine lebenslange strikte glutenfreie Diät ist die einzige Therapiemöglichkeit für Zöliakie.

Durch eine glutenfreie Diät können die Dünndarmschäden bei Kindern und jüngeren Erwachsenen innerhalb von 3 bis 6 Monaten und bei älteren Menschen innerhalb von 2 Jahren vollständig heilen.

Gluten ist enthalten in folgenden Getreidearten: Weizen (auch Spelz, Dinkel, Grünkern, Hartweizen, Gries), Roggen, Gerste, Hafer und Triticale. So ist Gluten  in allen „üblichen“ Back- und Teigwaren, z.B. in Brot, Brötchen, Kuchen, Nudeln und Pizza enthalten. Aber auch in vielen anderen verarbeiteten Lebensmitteln, wie z.B. Gewürzen, Ketchup, Kartoffel- und Milchprodukten, Schokoladen oder Süßwaren kann Gluten versteckt sein. Daher sollten Sie auf Lebensmittel achten, die explizit als "glutenfrei" deklariert sind. Lebensmittel gelten als "glutenfrei", wenn sie weniger als 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm Trockengewicht enthalten.

Glutenfreie Alternativen zu glutenhaltigen Getreiden sind: Mais, Reis, Buchweizen, Hirse, Soja- Kastanien- und Kartoffelmehl

Professionelle Ernährungsberater und Zöliakie-Selbsthilfegruppen helfen Ihnen bei der Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung.

Datenschutz

Die Analysen werden im Labor der JenaGen GmbH in Jena durchgeführt. Es werden ausschließlich die in Auftrag gegebenen Untersuchungen durchgeführt. Alle persönlichen Angaben und erzeugten Daten unterliegen dem Datenschutz und sind nur unserem geschulten Fachpersonal zugänglich. Die Testergebnisse werden ausschließlich an den überweisenden Arzt übermittelt. Eine Übermittlung der Daten und Ergebnisse an Dritte erfolgt nur, wenn wir vom Auftraggeber schriftlich dazu aufgefordert wurden.

Alle Proben und bei der Analyse erzeugten DNA-Extrakte werden unmittelbar nach Beendigung der Untersuchung vernichtet.