Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist mit über 60.000 Neuerkrankungen im Jahr die zweithäufigste Infektionskrankheit in Deutschland. Die fünf in Deutschland vorkommenden humanpathogenen Erreger Borrelia burgdorferi sensu stricto, B. garinii, B. afzelii, B. valaisiana, und B. spielmani werden überwiegend durch Schildzecken der Art Ixodes ricinus (gemeiner Holzbock) übertragen. Die Borreliose-Erreger befinden sich im Zeckendarm und benötigen viele Stunden um während des Zeckenstichs übertragen zu werden. Um das Risiko einer Borreliose zu minimieren ist eine sachgerechte Entfernung der Zecke essentiell (nicht auf Zeckenkörper drücken, kein Öl oder Kleber verwenden), da sich die Zecke sonst erbricht und die Borrelien dabei überträgt. Infektionsgefahr besteht in ganz Deutschland von April bis November.

Wegen der vielen unterschiedlichen, oftmals unspezifischen Symptome und unsicherer Diagnostik werden Borreliosen häufig erst sehr spät entdeckt. Wertvolle Hinweise für eine schnelle Erkennung einer Borreliose und die rechtzeitige, erfolgreiche Therapie liefert der JenaGen Erreger-Nachweis in der entfernten Zecke.

Vorkommen und Häufigkeit der Lyme-Borreliose

Mit 60.000 bis 100.000 Neuerkrankungen ist die Lyme-Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Anders als die FSME, die auf Risikogebiete hauptsächlich im süddeutschen Raum beschränkt ist, besteht Borreliose-Infektionsgefahr in ganz Deutschland. Allerdings gibt es auch bei der Durchseuchung des Holzbocks mit Borrelien regionale Unterschiede. Während in Norddeutschland nur etwa 5-10% der Zecken mit Borrelien infiziert sind, so können dies in Süddeutschland 30% und mehr sein. Von den im Jahr 2007 im Labor der JenaGen GmbH untersuchten, mit Borrelien infizierten Zecken enthielten fast 20% weitere Krankheitserreger wie Rickettsien und Anaplasmen.

Jeder 10. Deutsche hat Antikörper gegen Borrelien, ist also im Laufe seines Lebens mit Borreliose-Erregern in Berührung gekommen.

Typische Wanderröte (Erythema migrans) nach Borreliose-Infektion durch Zeckenstich

Typische Wanderröte (Erythema migrans) nach Borreliose-Infektion durch Zeckenstich [1]

Symptome einer Borreliose-Infektion

Die Symptome einer Borreliose-Infektion sind vielfältig und oftmals unspezifisch. Allgemein wird der klinische Verlauf einer Borreliose in 3 Stadien eingeteilt, wobei allerdings einzelne Stadien übersprungen werden können oder aber jederzeit ein spontane Ausheilung stattfinden kann. Selbst die charakteristische Wanderröte wird nur in etwa 40-60% der Fälle beobachtet.

Stadium Zeitraum nach
Zeckenstich
Symptome
I Mehrere Tage bis einige Wochen Ringförmige, größer werdende Hautrötung um die Einstichstelle mit blassem Zentrum (Erythema migrans, Wanderröte)
Gelenk- und/oder Kopfschmerzen
Müdigkeit
Grippeähnliche Symptome mit Fieber
II Wenige Wochen bis Monate Neurologische Symptome (Meningitis, Hirnnervenlähmungen, Schmerzen und Empfindungsstörungen entlang peripherer Nerven, Gesichtsnervenlähmung)
Herzsymptome (Überleitungsstörungen, AV-Block 1. bis 3. Grades)
Augenmanifestationen
Unspezifische Allgemeinbeschwerden
III Monate bis Jahre Gelenkbeschwerden (von Gelenk zu Gelenk springende Arthritiden, oftmals im Kniegelenk)
Hautveränderungen (Acrodermatitis chronica atrophicans)
Chronische Enzephalitis (in seltenen Fällen mit psychiatrischen Symptomen wie z.B. Wahnvorstellungen)

Mit dem JenaGen Borreliose-Check werden alle unter dem Komplex Borrelia burgdorferi sensu lato zusammengefassten Erreger erfasst, einschließlich der fünf in Europa vorkommenden humanpathogenen Spezies Borrelia burgdorferi sensu stricto, Borrelia garinii, Borrelia afzelii, B. valaisiana und Borrelia spielmanii. Unterschiedliche Genospezies der Borreliose-Erreger werden mit verschiedenen Symptomen einer Borreliose-Infektion assoziiert, die bei diesem Erregertyp besonders häufig beobachtet werden (z.B. Res. Microbiol. 146:329-340 (1995) oder Clin. Infect. Dis. 17:708-717 (1993)).

Genospezies Assoziierte Symptome
B. burgdorferi sensu stricto Arthritis, Neuroborreliose
B. afzelii Erythema migrans
B. garinii Neuroborreliose
B. spielmanii Erythema migrans

Sind in der entfernten Zecke Borreliose-Erreger nachgewiesen worden, ist es möglich, zusätzlich die Genospezies zu bestimmen. Mit der Kenntnis der Genospezies wissen Sie, auf welche Symptome Sie besonders achten sollten. Diese Assoziation bedeutet nicht, dass für Infektionen durch eine bestimmte Genospezies ausschließlich die beschriebenen und keine anderen Symptome auftreten können. In Hinblick auf die oftmals schwierige klinische Diagnose einer Borreliose kann die Kenntnis der Genospezies jedoch einen wichtigen "Mosaikstein" darstellen.

Borreliose-Gefahr

  • ca. jede dritte bis jede fünfte Zecke ist infiziert
  • ca. 60.000 bis 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr
  • Infektionsgefahr besteht in ganz Deutschland (April bis November)
  • Menschen und Tiere können infiziert werden und Symptome entwickeln
  • Frühsymptome der Infektion nach einem Zeckenstich werden oft übersehen
  • Therapie:
    • im Frühstadium der Infektion relativ einfach mit Antibiotika möglich
    • verspätete Diagnose mit bereits auftretenden Spätsymptomen ist nur noch sehr schwer zu therapieren und führt zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit einer Vielzahl von Krankheitsbildern
  • Nachweis von Borrelien in der entfernten Zecke unterstützt die Frühdiagnose und erspart den Betroffenen durch eine rechtzeitig eingeleitete Therapie viel Leid.

Unterschätzen Sie die Gefahr nicht!

Richtigstellung der größten Irrtümer bzgl. Borreliose

Trotz der weiten Verbreitung der Borreliose halten sich hartnäckig zahlreiche Irrtümer, die wir hiermit richtig stellen möchten:

  1. Die "Zecken-Schutzimpfung" schützt nur vor FSME, nicht aber vor Borreliose!
  2. Ein negativer serologischer Befund schließt eine Borreliose nicht aus!
  3. Nur etwa die Hälfte aller Borreliose-Patienten haben eine Wanderröte!
  4. Über die Hälfte aller Borreliose-Patienten können sich nicht an den ursächlichen Zeckenstich erinnern!
  5. Zecken übertragen neben Borreliose und FSME zahlreiche weitere Krankheiten (ca. 50 Krankheiten sind bisher bekannt). Mehrfachinfektionen sind möglich!
  6. Borrelien können nach einer Antibiose persistieren und einen Rückfall auslösen!
  7. Zur sachgerechten Entfernung von Zecken dürfen weder Öl noch Kleber verwendet werden. Die Zecke soll mit einer Pinzette möglichst nahe an der Haut gepackt und gerade heraus gezogen werden (nicht drehen)!

Therapie und Prophylaxe

Im Frühstadium der Infektion ist die Borreliose relativ einfach mit Antibiotika, z.B. Doxycyclin, möglich. Eine verspätete Diagnose mit bereits auftretenden Spätsymptomen ist nur noch sehr schwer zu therapieren und führt zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit einer Vielzahl von Krankheitsbildern.

Eine Impfung gegen Borreliose ist nicht verfügbar. Als Vorbeugemaßnahme ist ausschließlich die Vermeidung von Zeckenstichen möglich.

Achtung: Die "Zecken-Schutzimpfung" schützt nur vor FSME, nicht aber vor Borreliose und andere durch Zecken übertragene Krankheiten!

Selbsthilfegruppen

Der JenaGen Borreliose-Check trägt dazu bei, eine Borreliose-Infektion zu verhindern, bzw. in einem frühen Stadium zu bekämpfen. Was aber tun, wenn sich bei Ihnen bereits eine Borreliose manifestiert hat? Neben der absolut erforderlichen ärztlichen Behandlung können Sie sich auch an eine der zahlreichen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen des Borreliose Bundes Deutschland e.V. wenden. Kontakt:

Borreliose Bund Deutschland e.V.
Grosse Strasse 205, 21075 Hamburg
Tel: 040 7905788
Fax: 040 7924249
E-Mail: info@borreliose-bund.de

Borreliose Selbsthilfegruppe Oldenburg

Monika Sickfeld
Otto-Wels-Str. 40
26133 Oldenburg
Tel.: (04 41) 36 145 146
http://www.borreliose-ol.de.vu/

Links

Deutsche Borreliose-Gesellschaft e.V.
Vereinigung niedergelassener Ärzte und Wissenschaftler, die bemüht sind, die Standards zur Versorgung der Borreliose-Patienten zu verbessern. Regelmäßige Weiterbildungen für Ärzte.

Deutscher Borreliose Bund e.V.
Bundesverband der Borreliose Selbsthilfe: vertritt die gesundheitspolitischen Interessen der von zeckenübertragenen Erkrankungen Betroffenen und Gefährdeten - Stichworte: Meldepflicht, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit, Budgetierung medizinischer Leistungen, Qualitätskontrolle medizinischer Leistungen, Patientenrechte.

Lyme-Borreliose Selbsthilfegruppen Schweiz
Lyme-Borreliose Selbsthilfegruppen (LB SHG) sind unabhängige und eigenverantwortliche Einheiten mit minimaler Organisationsform und seit 1990 in der Schweiz erfolgreich tätig. Sie bieten Aussprachemöglichkeiten, Informations- und Erfahrungsaustausch unter Betroffenen und deren Angehörigen.

Europäische Zeckeninformation
Informative Webseite einer betroffenen Privatperson

Niedergelassene Ärzte, die auf Borreliose spezialisiert sind:

Praxis für Venen- und Hauterkrankungen Jena Dres. H. Roth, Ch. Zollmann, K. Karte, U. Schrepel, J. Veltmann

Quellen:

[1] Wikipedia, Autor: Hannah Garrison, Lizensiert unter "Creative Commons Attribution Share Alike version 2.5"-Lizenz