Die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) und die Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft Gentechnik (LAG) empfehlen dringend, Zelllinien, die bei gentechnischen Arbeiten verwendet werden, auf SMRV zu prüfen. Wir unterstützen Sie bei dieser Qualitätssicherungs-Maßnahme, je nach Wunsch auf zwei verschiedene Weisen:
Risikobewertung des SMRV
Beim Squirrel Monkey Retrovirus (SMRV) handelt es sich um ein endogenes Retrovirus, das der Gattung der Betaretroviren angehört. Es wurde 1977 aus einem Totenkopfaffen (engl. squirrel monkey) isoliert. Natürliche Infektionen anderer Wirte sind derzeit nicht bekannt. In vitro verfügt SMRV jedoch über einen sehr breiten Wirtstropismus. In zahlreiche Zelllinien wurden bereits SMRV-Kontaminationen nachgewiesen. Die Übertragung von einer Zelllinie zur Nächsten geschieht vermutlich durch Verschleppung während der Labortätigkeiten. Aufgrund des Austauschs von Zellkulturen und Proben zwischen Laboren muss von einer weiten Verbreitung von SMRV-Kontaminationen ausgegangen werden.
Aufgrund des breiten Wirtstropismus und der Möglichkeit in Einzelfällen durch Insertionsmutagenese die Aktivierung zellulärer Onkogene oder die Änderung der Transkriptionsaktivität anderer regulatorischer Gene zu induzieren, kann ein Gefährdungspotential von SMRV nicht ausgeschlossen werden. Die ZKBS hat SMRV daher gemäß § 5 Absatz 1 GenTSV i.V.m. den Kriterien im Anhang I GenTSV als Spender- und Empfängerorganismus für gentechnische Arbeiten in die Risikogruppe 2 eingeordnet (Az. 6790-05-02-37 vom 07.02.2007).
Da das Spektrum potenziell kontaminierter Zelllinien derzeit nicht eingeschränkt werden kann, erachten es ZKBS und LAG als dringend geboten, aus sicherheitstechnischen Gründen und zur Qualitätskontrolle alle Zelllinien auf SMRV-Kontaminationen zu testen. Auch Versuchstiere, die mit potentiell SMRV-infizierten Zellen oder deren Überstände in Kontakt gekommen sind, sollten überprüft werden.
Testprinzip
Der JenaGen SMRV-Detektionstest beruht auf der vom Unterausschuss für Methodenentwicklung der Bund/Länder-AG für Gentechnik empfohlenen Methode.
Der Nachweis des SMRV nach DNA-Extraktion erfolgt mittels PCR. Zwei SMRV-spezifische Sequenzen aus verschiedenen konservierten, kodierenden Regionen des Provirus werden hochsensitiv nachgewiesen. Es entstehen charakteristische Fragmente mit Längen von 186 bzw. 197 bp. Als Positivkontrolle wird ein SMRV-Plasmid mitgeführt.
SMRV-Testung als Service
Für die Überprüfung Ihrer Zelllinien auf SMRV-Kontaminationen, schicken Sie uns bitte pro Zellkultur 300 µl Probe in einem geeigneten sterilen und und dicht verschlossenem Gefäß zusammen mit dem ausgefüllten Auftragsformular zu. Die Probengefäße sollten gut lesbar mit einem wasserresisten Stift beschriftet sein.
Die Proben sollten wie folgt vorbereitet werden:
- 1x106 Zellen in ein 1,5 ml Reaktionsgefäß überführen
- 4 min bei 500 g zentrifugieren
- Überstand abnehmen und verwerfen
- Zellen in 300 µl aqua dest resuspendieren. Reaktionsgefäß sicher verschließen.
- Probe mindestens 10 min bei 95°C erhitzen
- Inaktivierte Proben sofort zusammen mit dem Auftragsformular an unser Labor schicken
Das Probenmaterial kann über Nacht bei Raumtemperatur und bruchsicher verpackt verschickt werden.
Achtung: Probenmaterial der biologischen Risikogruppen 3 und 4 kann aus Sicherheitsgründen nicht in unserem Labor bearbeitet werden. Bitte erwerben Sie für die Testung solcher Proben unseren SMRV-Detektions-Kit.
Der Service zur Testung auf SMRV ist nicht für medizinische Diagnostik geeignet. Er dient ausschließlich der Qualitätssicherung beim Arbeiten mit Zellkulturen.
Bestellung des SMRV Detektions-Kits
Für die Bestellung eines SMRV-Detektions-Kits rufen Sie uns an unter 03641/6285-252 oder füllen Sie unser Online-Bestellformular aus: