Zeckenuntersuchung auf Rickettsien

Rickettsiose

Bakterien der Gattung Rickettsia können durch Zeckenstich übertragen werden und eine Vielzahl verschiedener Krankheiten mit unterschiedlichem Krankheitsbild auslösen. Die durch Rickettsien verursachten Krankheiten werden unter dem medizinischen Ausdruck "Rickettsiose" zusammengefasst. Unterteilt werden Rickettsien in die Zeckenbissfiebergruppe, die Fleckfiebergruppe und die Tsutsugamushifiebergruppe.
Die drei wichtigsten in Deutschland vorkommenden Rickettsienarten sind Rickettsia rickettsii, Rickettsia conorii und Rickettsia helvetica.

Während des Zeckenstichs wird der Rickettsiose-Erreger über die Speicheldrüsen auf den Menschen übertragen. So kann es schon bei kurzen Zeckenstichen zu einer Rickettsiose-Infektion kommen. Manche Rickettsiosen können auch durch Milben, Flöhe oder Läuse übertragen werden.

Vorkommen und Häufigkeit von Rickettsiosen

Rickettsiosen kommen bevorzugt in milden Klimazonen, z. B. Mittelmeerraum oder Südafrika, vor. Krankheitsfälle nach Zeckenstich sind in Deutschland bisher nicht zweifelsfrei belegt. Vermutlich liegt dies jedoch in erster Linie an fehlender Aufmerksamkeit. Die meisten Betroffenen und Ärzte sind nicht für die Möglichkeit einer Rickettsiose sensibilisiert. Zudem steht keine verlässliche, standardisierte Diagnostik zur Verfügung. Da die Symptome oft unspezifisch sind und Rickettsiosen wie die Borreliose im Frühstadium gut mit Doxycyclin behandelbar sind, dürfte manche Rickettsiose als vermeintliche Borreliose zufällig richtig behandelt worden sein.

Untersuchungen in unserem und anderen Laboren haben ergeben, dass deutschlandweit etwa 10 % der Zecken (Ixodes ricinus) mit humanpathogenen Rickettsien infiziert sind. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Institutes ergab, dass die sich ausbreitende Auwaldzecke sogar eine Durchseuchungsrate von 50-80 % mit Rickettsien aufweist (Robert Koch Institut - Bulletin 29/2009). Bei Waldarbeitern in der Region Berlin-Brandenburg wurden bereits Antikörper gegen Rickettsia helvetica gefunden. Es ist also davon auszugehen, dass die Gefahr von Rickettsiosen bisher stark unterschätzt wird. Auch wird vermutet, dass die Rickettsiose-Infektionen in Deutschland mit der Klimaerwärmung zunehmen werden.

Symptome einer Rickettsiose

Die Krankheitserscheinungen der unterschiedlichen Rickettsiosen können je nach Erreger sehr verschieden und unterschiedlich schwer sein. Sie weisen teilweise aber auch Ähnlichkeiten auf. Als typisches Symptom von Rickettsiosen bildet sich häufig nach einigen Tagen eine stecknadelkopf- bis erbsengroße, lokale Entzündung um die Stichstelle, die mit schwärzlicher Kruste bedeckt ist: das sogenannte "tache noir" oder Eschar. Weitere mögliche Symptome sind Fieber, Lymphknotenschwellung und ein charakteristischer, fleckiger Hautausschlag.
Bei schweren Verläufen kann es auch zu Schädigungen von Gehirn, Lunge oder Herz kommen. Die Folge sind Enzephalitis (Gehirnentzündung), Lungenödem oder Herzrhythmusstörungen. Auch Thrombosen oder gastrointestinale Blutungen können auftreten. Unbehandelt liegt die Sterblichkeitsrate z. B. beim Rocky Mountain Fleckfieber bei 20 %.

Therapie und Prophylaxe

Rickettsiosen können im frühen Stadium gut mit Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe, z. B. Doxycyclin, behandelt werden.

Achtung: Die "Zecken-Schutzimpfung" schützt nur vor FSME, nicht aber vor Rickettsiose und andere durch Zecken übertragene Krankheiten!

Zum Auftragsformular

 
 
© 2017 Food GmbH Jena   |  Sitemap  |  Impressum